geOps beim MobiData BW Hackathon

Ein Hackathon - was ist das überhaupt? Die beiden Wörter "Hack" und "Marathon", aus denen die Wortschöpfung hervorgegangen ist, verraten es schon: Man trifft sich, um kollaborativ über einen bestimmten Zeitraum hinweg intensiv an der Neu- beziehungsweise Weiterentwicklung von Hard- oder Software zu arbeiten. Der direkte Bezug zur IT ist dabei nicht zwingend. Allgemein kann es auch um das Finden und Ausprobieren neuer Lösungsansätze für ein gegebenes Problem gehen.

Unter den besonderen Umständen der Pandemie fand der MobiData BW Hackathon als reine Online-Veranstaltung statt. Ein Teil von geOps hat sich also praktisch gesprochen über das Wochenende vor den Rechner verkrochen und gemeinsam getüftelt. Begleitet wurde das Ganze durch ein Rahmenprogramm mit verschiedenen Rednern zu aktuellen Themen der Verkehrswende. Mittels Liefer-Service haben die Veranstalter sogar für das leibliche Wohl gesorgt. Zeitweise gab es in der Online-Konferenz ein wildes Durcheinander beim Wechseln zwischen verschiedenen Chat-Räumen. Mit ca. 150 Teilnehmern wäre das im wahren Leben aber sicherlich nicht anders gewesen. Insgesamt muss man sagen, dass das Event sehr gut organisiert war, wenn man von ein paar technischen Problemen absieht.

Die Challenge

Der MobiData BW Hackathon wurde vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg zusammen mit der Stadt Freiburg und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) ausgerichtet und stand unter dem Motto, neue Lösungsansätze für zukünftige Mobilität zu entwerfen. Insgesamt gab es 30 Challenges zur Auswahl, die verschiedene Aspekte und Herausforderungen der Verkehrswende abdeckten. Darunter waren Themen wie E-Mobility, bessere Auslastung von PKW im Individualverkehr, Rad- und Fußverkehr, oder eine Verbesserung der Parkplatzsituation. Wir haben uns für die Challenge "Echtzeitprognose im ÖPNV" entschieden.

Unser konkretes Ziel war es dabei, einen Prototypen für eine Live-Karte für die Ost-West-Achse der Breisgau-S-Bahn 2020 zu entwickeln. Ausgangspunkt dieser Überlegung waren die teils nicht unerheblichen Verspätungen und Zug-Ausfälle in diesem Netz, welche einer mangelhaften Kunden-Information gegenüber stehen. Aus einer ganz ähnlichen Ausgangssituation heraus haben wir mit der Entwicklung der Livemap der S-Bahn München bereits bewiesen, wie eine unmittelbare und leicht zu überblickende Bereitstellung von Echtzeitdaten an die Fahrgäste dabei helfen kann, solch eine kritische Verkehrssituation zu entspannen. Denn wenn man bereits beim Verlassen des Hauses weiß, dass ein Zug, den man nehmen wollte, ausfällt, hat man eventuell noch die Chance, auf das Fahrrad oder eine Mitfahrgelegenheit auszuweichen, anstatt ewig am Bahnhof herumzustehen, nur um sich dann in die nächste überfüllte Bahn zu quetschen. Im Gegenzug könnte es durch mehr Transparenz auch gelingen, bereits für den ÖPNV verloren geglaubte Kunden wieder zurück auf die Schiene zu bringen. Denn wenn man auf der Live-Karte sieht, dass bald eine Bahn einfährt, hat man auch eine gewisse Sicherheit, rechtzeitig ans Ziel zu kommen.

Was wir erreicht haben

Technische Voraussetzung für eine solche Live-Karte ist der Zugriff auf Echtzeit-Fahrplandaten und GPS-Positionen der Züge. Ein Zugang zu diesen Daten wurde uns freundlicherweise von der DB Regio AG für den Zeitraum des Hackathons zur Verfügung gestellt. Mit der reinen Darlegung der Übertragbarkeit unserer für die S-Bahn München eingesetzten Technik auf andere Netze wollten wir uns jedoch nicht zufriedengeben. Daher hatten wir uns noch zum Ziel gesetzt, einen ersten Schritt in Richtung Auslastungs-Information für die Fahrgäste zu gehen. Wie man dem Bildschirmfoto unseres Prototypen entnehmen kann, ist es uns gelungen, eine einfache Auslastungs-Anzeige in die Live-Karte zu integrieren, welche auf Rückmeldungen von Fahrgästen beruht. Im Prototypen geschieht die Rückmeldung noch durch Anklicken eines Zuges in der Karte. In einer weitergedachten Variante wäre auch eine automatische Erkennung des richtigen Zuges anhand des Standortes des Nutzers denkbar.

Bildschirmfoto des während des Hackathons entstandenen Prototypen

Wir konnten also die von uns selbst gesteckten Ziele erreichen. Am letzten Tag des Hackathons haben wir unsere Ergebnisse in einem vierminütigen sogenannten "Pitch" der Jury präsentiert. Ferner durften wir auch den Präsentationen der anderen Teilnehmer lauschen. Die Qualität der Beiträge war insgesamt sehr hoch. Einige Teams haben es geschafft, die Jury so von ihren Ideen zu überzeugen, dass sie mit einer weiteren Projektförderung nach Hause gehen konnten. Leider war unser Team nicht darunter. Dennoch war der Hackathon für geOps keineswegs ein Misserfolg: Unser Fokus lag von Beginn an darauf, unseren konkreten Prototypen voranzubringen und weniger in der Ausarbeitung einer komplett neuen Vision. Als positiver Nebeneffekt ist das Team ein Stück näher zusammen gerückt und der Hackathon war eine gute Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, und intensiv in Programmteile einzusteigen, die man im normalen Arbeitsalltag so nicht zu Gesicht bekommen hätte.

geschrieben von Dr. Alexander Held | 11/11/2020

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